Du reitest mit einem lokalen Cowboy über Cotopaxis Hochflächen, wanderst (oder spazierst) durch vulkanische Landschaften zur José Ribas Hütte oder um die Limpiopungo-Lagune. Frische Luft, echtes andines Essen, Lamakontakte und diese stillen Momente, wenn die Wolken über Cotopaxi aufreißen – das vergisst man nicht.
Das Erste, woran ich mich erinnere, ist die kalte Luft, die mir beim Aufsatteln nahe Cotopaxi die Wangen streifte – nicht scharf, eher frisch und fast süß. Unser Guide Juan, der sich selbst „Chagra“ nannte – so nennt man wohl einen andinen Cowboy –, half mir aufs Pferd und grinste, als ich fragte, ob es einen Namen habe. „Lucero“, sagte er und tätschelte den Hals des Pferdes. Das Gras war noch nass vom Regen der Nacht zuvor, und ab und zu hörte man fernes Donnergrollen vom Vulkan – oder vielleicht war das nur mein Herzklopfen.
Wir ritten etwa anderthalb Stunden über die weiten Hochflächen, vorbei an wilden Pferdeherden und winzigen gelben Blumen, die man nur sieht, wenn man langsam genug unterwegs ist. Meine Hände rutschten immer wieder von den Zügeln, weil ich keine Handschuhe dabei hatte (Tipp: unbedingt welche mitnehmen). Juan zeigte auf einen Kondor, der hoch oben seine Kreise zog – ich blinzelte, konnte ihn aber erst durch seine alten Ferngläser entdecken. Er lachte, wie lange ich dafür brauchte. Diese Cotopaxi-Reittour ist weder schnell noch schick, aber der Rhythmus der Hufe und der Wind in den Ohren wirken unglaublich beruhigend.
Nachdem wir uns von Lucero verabschiedet hatten (ich gab ihr einen Apfelrest – hoffentlich ist das erlaubt), fuhren wir zum Parkplatz für den Wanderabschnitt. Die Höhe schlug schneller zu als gedacht; man startet auf etwa 4.480 Metern und steigt bis fast 4.860 Meter hinauf. Unser Guide ließ uns langsam gehen, mit Pausen alle zehn Minuten, damit niemand schwindelig wurde. Das Knirschen des vulkanischen Kieses unter den Stiefeln hat etwas fast meditatives. Zwischendurch zogen Wolken so dicht auf, dass wir uns kaum sehen konnten – und plötzlich riss der Himmel auf und gab den Blick frei auf ein wildes Bergpanorama. Es fühlte sich an, als wäre man mitten in einem fremden Traum.
Wer nicht so hoch wandern möchte, kann stattdessen um die Limpiopungo-Lagune spazieren – ein flacher Weg, leichter zu atmen und mehr Zeit, die grasenden Lamas am Wasser zu beobachten. Zum Abschluss gab’s ein warmes Mittagessen (der Name ist mir entfallen, aber die Kartoffelsuppe mit Käse schmeckte herrlich rauchig vom Holzofen) und wir durften den Lamas Karottenstücke geben. Mein Freund versuchte ein Selfie mit einem Lama – das schaute nur zurück, als wäre es tief gelangweilt.
Die Reittour dauert etwa 1,5 Stunden in großer Höhe.
Nein, Vorerfahrung ist nicht nötig; die Guides unterstützen Anfänger jederzeit.
Die Hauptwanderung führt von ca. 4.500 m bis zur José Ribas Hütte auf knapp 4.860 m.
Ja, ein flacher Rundweg um die Limpiopungo-Lagune auf etwa 3.900 m steht zur Auswahl.
Ja, nach den Aktivitäten gibt es ein Mittagessen mit regionaler Küche.
Ja, die Tour beinhaltet die Abholung von deinem Standort in Quito.
Du kannst wilde Pferde, Lamas an der Lagune und vielleicht Kondore am Himmel beobachten.
Ja, sowohl Reiten als auch Wandern sind anfängerfreundlich und für alle Fitnesslevels geeignet.
Dein Tag umfasst die Abholung vom Hotel in Quito, alle Eintrittsgebühren für Cotopaxi, die Pferdemiete mit einem lokalen Cowboy-Guide, der dich beim Reiten und Wandern (oder Spaziergang) begleitet, sowie ein traditionelles andines Mittagessen vor der Rückfahrt – und wenn du magst, kannst du sogar Lamas füttern.


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