Erkunde Prags Jüdisches Viertel mit einem lokalen Guide, schlendere leise durch alte Synagogen und den eindrucksvollen Alten Jüdischen Friedhof. Erlebe persönliche Geschichten in der Pinkas-Synagoge, sieh jahrhundertealte Grabsteine aus nächster Nähe und tauche am Ende in die Farbenpracht der Spanischen Synagoge ein. Geschichte, die nachklingt.
Das Erste, was mir auffiel, war die Ruhe. Nicht völlige Stille – der Altstädter Ring in Prag ist nie ganz leise – aber als wir in Josefov abbogen, wurde alles irgendwie gedämpfter. Unsere Führerin Jana winkte uns bei der Maisel-Synagoge heran. Sie hatte diese Art, kurz innezuhalten, bevor sie sprach, als würde sie den Steinen Zeit zum Atmen geben. Die Luft roch leicht nach altem Papier und Regen auf Stein. Ich versuchte mir vorzustellen, wie es hier vor hundert Jahren wohl gewesen sein muss – schwer vorstellbar mit all den Souvenirläden direkt davor, aber drinnen fühlte es sich ganz anders an.
Langsam gingen wir durch die Pinkas-Synagoge. An den Wänden sind fast 80.000 Namen eingraviert – tschechische und mährische Juden, die im Holocaust ums Leben kamen. Jana zeigte auf einen Namen, der zu der Nachbarin ihrer Großmutter passte. Danach sagte niemand mehr viel; wir alle waren still. Es ist seltsam, wie Geschichte einen körperlich berühren kann – die Kühle des Steins unter der Hand oder wie laut die eigene Stimme klingt, selbst wenn man flüstert.
Der Alte Jüdische Friedhof war ganz anders, als ich erwartet hatte. Grabsteine lehnten schief aneinander, manche so verwittert, dass man kaum noch etwas lesen konnte. Ein kleiner Junge zog am Ärmel seines Vaters und fragte, ob hier Geister wohnen; der Vater lächelte nur und drückte seine Hand. Überall wuchs Moos, und auf den Gräbern lagen kleine Steinchen – eine Tradition, die ich vorher nicht kannte, bei diesem Tagesausflug durch das jüdische Prag vom Stadtzentrum aus. Dieses Bild bleibt mir im Kopf: Erinnerungen, Schicht für Schicht in Stein gemeißelt.
Fast hätte ich die Spanische Synagoge am Ende ausgelassen – ich war hungrig und meine Füße taten weh – aber zum Glück nicht. Die Farben drinnen waren überwältigend: Gold, Blau und Rot wirbelten über uns wie Musik. Jana grinste, als sie mich mit offenem Mund nach oben starren sah (sie meinte, das passiert den meisten). Dort beendeten wir die Tour und blinzelten wieder ins Sonnenlicht. Komisch, wie man in das moderne Prag hinaustritt, aber all diese Geschichten noch lange mit sich trägt.
Die Dauer wird im Angebot nicht angegeben; bitte beim Anbieter nachfragen.
Besucht werden die Maisel-Synagoge, Pinkas-Synagoge, Altneu-Synagoge und Spanische Synagoge.
Ja, der Zugang zum Alten Jüdischen Friedhof ist Teil der Tour.
Ein Hoteltransfer ist nicht erwähnt; öffentliche Verkehrsmittel sind in der Nähe verfügbar.
Ja, Babys sind willkommen, müssen aber während der Tour auf dem Schoß eines Erwachsenen sitzen.
Ja, laut Angaben ist die Tour für alle körperlichen Fitnessstufen geeignet.
Ja, in der Pinkas-Synagoge werden bewegende Berichte über Prags Juden in der NS-Zeit erzählt.
Die Tour beginnt direkt am Altstädter Ring in Prag.
Dein Tag beinhaltet Eintritt zu den wichtigsten Stätten – Maisel-Synagoge, Pinkas-Synagoge mit Holocaust-Gedenkwänden, Alter Jüdischer Friedhof, Altneu-Synagoge und Spanische Synagoge – begleitet von einem lokalen Experten während deines Rundgangs im historischen Zentrum Prags.


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