Du startest früh in Punta Arenas zu einem privaten Tagesausflug durch Patagoniens wildeste Ecken – erkundest die kühle Milodon-Höhle, siehst die türkisfarbenen Seen im Torres del Paine aus nächster Nähe und machst eine Kaffeepause in Cerro Castillo. Freu dich auf kleine Überraschungen: Tierbeobachtungen, ehrliches Essen, stille Momente am Gletscherwasser und viel Raum zum Durchatmen.
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Unser erster richtiger Stopp war die Milodon-Höhle. Sie ist größer als ich erwartet hatte – kalte Luft schlägt einem entgegen, wenn man hineingeht, und es riecht leicht muffig, fast nach feuchtem Stein. Claudio zeigte uns eine Nachbildung des Milodon (eine Art riesiges Faultier, wie er erklärte), und ich versuchte mir vorzustellen, wie solche Tiere hier früher umherstreiften. Er lachte, als ich fragte, ob man noch öfter Knochen gefunden habe – „Nicht mehr in letzter Zeit“, sagte er, „aber die Leute suchen weiter.“ Es waren ein paar andere Reisende da, doch meist waren wir allein mit dem Echo unserer Schritte.
Der Park selbst ist anfangs fast überwältigend: Der Nordenskjold-See hat dieses unmöglich blau-grüne Wasser, das fast unecht wirkt, bis man nah genug ist, um die kleinen Wellen zu sehen, die der Wind bewegt. Überall sahen wir Guanacos – eines hat uns sogar angestarrt, während wir Fotos machten – und Claudio entdeckte Ñandús, bevor wir sie überhaupt bemerkten. Die Luft roch scharf und frisch, fast metallisch am Wasser. Am Wasserfall Salto Grande sprühte mir das Wasser ins Gesicht und ich wäre fast auf einem Stein ausgerutscht (bitte keine glatten Schuhe tragen). Das Mittagessen war einfach, aber lecker – Schinken-Käse-Sandwiches, nichts Besonderes, aber nach dem ganzen Laufen genau das Richtige.
Auf dem Rückweg machten wir Halt in einem kleinen Laden in Cerro Castillo für Kaffee und Snacks; ehrlich gesagt hätte ich dort länger bleiben können, um einfach den Einheimischen beim Einkaufen oder Plaudern am Tresen zuzusehen. Das Licht draußen war inzwischen ganz golden – dieses Licht, das alles weicher und wärmer erscheinen lässt. Die fünf Stunden zurück nach Punta Arenas fühlten sich irgendwie ruhiger an; alle dösten oder schauten hinaus auf die Schafe auf den Feldern. Manchmal denke ich noch an diesen See, wenn es mir zu hektisch wird – kennt ihr das?
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