Mit dem Skilift geht’s von Annecy zum Startplatz auf der Wiese, Helm und Handschuhe bekommst du vom Guide. Dann rennst du los und gleitest über alpine Täler, Wanderwege und Wildblumen, bevor du sanft wieder im Tal landest – ein Erlebnis, das lange nachklingt.
Fast hätte ich die Bushaltestelle verpasst – „Le Semnoz“ wird nämlich ganz anders ausgesprochen, als ich dachte. Meine Hände zitterten noch leicht, als ich Luc traf, unseren Gleitschirm-Guide, unten an den Skiliften bei Annecy. Er grinste und reichte mir einen Helm, der noch leicht nach Kiefernharz und Sonnencreme roch. Dieses seltsame Gefühl aus Nervosität und Vorfreude im Bauch kam wohl daher, dass ich vorher noch nie geflogen war (außer diesem einen Mal im Billigflieger). Der Skilift knarrte, während wir nach oben fuhren, und Wolken zogen tief über die Bergkämme. Luc zeigte auf die Wanderwege, die sich durch die Wiesen schlängeln; im Sommer würden Kühe bis zur Startrampe kommen. Heute sah ich keine, nur Nebel und Wildblumen.
Der Start war ehrlich gesagt viel weniger dramatisch als gedacht. Luc gab mir eine kurze Einweisung („Lauf, bis du den Boden nicht mehr spürst“), und plötzlich rannten wir zusammen die grasbewachsene Rampe hinunter, der Wind zog an meiner Jacke. Der Gleitschirm fing den Wind, und es gab dieses sanfte „Wusch“ – nicht laut, eher wie ein Fenster, das auf einmal aufgemacht wird. Wir hoben so sanft ab, dass es am Anfang kaum real wirkte. Alles wurde still, nur unser Lachen hallte von den Talwänden wider, und ich roch nasses Gras gemischt mit kalter Luft. Annecy wirkte winzig unter uns, kleine Boote schienen wie Krümel auf dem See zu treiben.
Wir schwebten ungefähr zwanzig Minuten (oder vielleicht länger, Zeit fühlt sich da oben anders an). Luc zeigte mir alte Kletterrouten, die in die Felsen gemeißelt sind, und winkte einer anderen Gruppe Gleitschirmflieger zu, die an uns vorbeizogen; sie riefen etwas auf Französisch, das ich nicht verstand. Einmal fragte er, ob ich „etwas mehr Adrenalin“ vor der Landung wolle – ich sagte spontan ja, was zu ein paar Drehungen führte, bei denen mir das Herz in die Hose rutschte – auf eine gute Art. Die Landung war weicher als ein Sprung vom Bordstein, nur Gras streifte meine Schuhe.
Ich denke immer wieder daran, wie ruhig es da oben war – kein Verkehrslärm, keine Motorengeräusche im Ohr. Nur Raum, Luft und das Gefühl, zwischen Himmel und Erde zu schweben. Wenn du in der Nähe von Annecy bist und Gleitschirmfliegen ausprobieren willst (und unter 90 Kilo wiegst – Luc war da streng), dann mach es einfach.
Der Flug dauert etwa 20 bis 30 Minuten in der Luft.
Ja, Personen über 90 Kilo können diese Aktivität nicht ausführen.
Helm und Handschuhe sind für jeden Teilnehmer inklusive.
Treffpunkt ist an der Talstation der Skilifte bei Annecy, von dort geht es zum Startplatz.
Ja, in der Nähe gibt es gute öffentliche Verkehrsverbindungen.
Nein, für Schwangere wird das Gleitschirmfliegen nicht empfohlen.
Nein, dein Guide erklärt alles vor dem Start, Vorerfahrung ist nicht nötig.
Dein Tag beinhaltet Helm und Handschuhe, die dir dein Guide vor dem Aufstieg mit dem Skilift von Annecy zum Startplatz gibt; nach dem Flug über Täler und Wanderwege landest du sanft im Tal – keine zusätzliche Ausrüstung nötig.


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