Du läufst mit einem lokalen Guide durch die Favela Vidigal, der jeden Weg und jede Geschichte kennt, wanderst auf den Dois Irmãos mit spektakulären Aussichten, gönnst dir oben frisches pão de queijo und trinkst Kokoswasser, während Rio unter dir liegt – verschwitzt, aber glücklich.
„Bist du sicher, dass du genug Wasser dabei hast?“ Das war das Erste, was unser Guide Lucas fragte, als wir uns in den kleinen Van Richtung Vidigal quetschten. Ich dachte schon, aber ehrlich gesagt rationierte ich am Ende jeden Schluck wie ein Wüstenforscher. Die Fahrt fühlte sich eher wie ein Warm-up an – Fenster runter, Musik aus den Läden, Kinder, die direkt an uns vorbei dem Ball hinterherjagten. Lucas grüßte alle. Er ist hier aufgewachsen, das merkte man an seinem lockeren Umgang mit den Jungs in der Bäckerei. Er zeigte uns Graffitis, die wirklich eine Bedeutung hatten (nicht nur Tags) und erzählte, wie sich Vidigal über die Jahre verändert hat. Ich hatte schon viel über Favelas gelesen, aber um 7 Uhr morgens durch eine zu laufen ist was anderes – man riecht frisch gebackenes Brot und Waschmittel, nicht Gefahr oder die Schlagzeilen.
Die Dois Irmãos Wanderung startet hinter einem Fußballplatz, wo gerade jemand Freistöße übte. Der Weg wird schnell steil – überall Wurzeln, roter Boden unter den Schuhen, sattes Grün ringsum. Lucas behielt uns im Blick („Hier langsam machen“, sagte er mehr als einmal). Nach zehn Minuten klebte mein Shirt schon am Rücken. An einer Stelle machten wir Pause zum Luft holen, da kam ein alter Mann an uns vorbei, doppelt so schnell und mit einem breiten Grinsen – Lucas rief „Bom dia!“ und bekam einen Faustgruß zurück. Oben gibt es einen Punkt, von dem aus man die ganze Leblon-Bucht überblickt; für einen Moment herrschte nur Stille, abgesehen von Vogelgezwitscher und dem eigenen Atem. So viel Ruhe über dem Lärm von Rio hätte ich nicht erwartet.
Ich denke noch oft an diesen Ausblick – wie Copacabana von dort oben fast unwirklich wirkt, wie eine Postkarte, an die man erst glaubt, wenn man sie selbst sieht. Wir teilten das pão de queijo, das Lucas mitgebracht hatte (ehrlich, noch warm), und er erzählte von seinem Cousin, der in Rocinha Wandbilder malt. Die Sonne brannte inzwischen, also blieben wir nicht lange auf den Felsen – gerade genug Zeit für Fotos und den Wind auf den verschwitzten Gesichtern. Der Abstieg war schwieriger als der Aufstieg; ich wäre fast zweimal ausgerutscht, aber Lucas wusste immer genau, wo er den Ellbogen greifen konnte, ohne dass es unangenehm wurde.
Zurück in Vidigal zitterten die Beine ein bisschen und ein seltsames Gefühl von Stolz kribbelte unter der Brust. Jemand reichte mir Kokoswasser direkt aus der Schale – ich schwöre, nach dem Aufstieg hat nichts besser geschmeckt. Also ja, wenn du die Dois Irmãos Wanderung in Rio planst oder nach „Tagesausflug Dois Irmãos Favela“ suchst, erwarte keine leichte Tour – aber echte Menschen, echte Geschichten und vielleicht eine ganz neue Sicht auf die Stadt.
Sie ist moderat anspruchsvoll mit steilen Passagen; eine gute Kondition ist empfehlenswert.
Nein, sie wird nicht für Personen mit Knieproblemen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden empfohlen.
Der Eintritt zum Wanderweg ist inklusive; öffentliche Verkehrsmittel sind in der Nähe, aber nicht enthalten.
Ein ortsansässiger Guide begleitet die Gruppe und teilt persönliche Einblicke unterwegs.
Bequeme Turnschuhe oder Wanderschuhe sind Pflicht; Flip-Flops oder Sandalen sind nicht geeignet.
Ja, ein Spaziergang durch die Favela Vidigal ist Teil des Erlebnisses.
Du kannst bei der Buchung zwischen Wanderungen zum Sonnenaufgang, Mittag oder Sonnenuntergang wählen.
Ein komplettes Mittagessen ist nicht enthalten, aber manchmal gibt es kleine Snacks vom Guide.
Dein Tag umfasst eine geführte Tour durch die Favela Vidigal bis zum Dois Irmãos mit allen Eintrittsgebühren; dein leidenschaftlicher Guide sorgt für eine persönliche Betreuung (und bringt manchmal Snacks mit), bevor du auf eigene Faust zurück in die Straßen von Rio gehst.


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