Du wanderst durch die wilden Felsformationen des Charyn Canyon, atmest die frische Kiefernluft am Kolsai-See, teilst einfache Mahlzeiten mit Einheimischen und kannst optional reiten oder Boot fahren. Mit Abholung und einem Guide, der jede Kurve kennt, wird dieser Tagesausflug zum perfekten Mix aus Abenteuer und Ruhe.
Hast du dich schon mal gefragt, welche Farbe der Himmel wirklich hat, wenn du am Rand des Charyn Canyon stehst? Ich wusste es auch nicht, bis wir an diesem ersten Aussichtspunkt Halt machten – dem Black Canyon, glaube ich. Die Luft roch trocken und mineralisch, und unser Guide Ayan, der hier in der Nähe aufgewachsen ist, grinste nur, während alle für einen Moment still wurden. Es ist nicht wie der Grand Canyon – irgendwie schärfer, roher. Wir wanderten den Hang hinunter zum Fluss, die Füße knirschten auf dem Kies, und die Sonne wärmte schon meinen Nacken, obwohl es erst kurz nach zehn war. Jemand aus unserer Gruppe versuchte, alle Rottöne in den Felsen zu zählen – gab aber nach zwanzig auf.
Am Wasser gab es diesen Moment, in dem alles seltsam still wirkte, nur entferntes Lachen war zu hören – vielleicht von einer anderen Gruppe oder einfach Echos, die von den Canyonwänden zurückprallten. Ayan zeigte auf einen verdrehten Baum, den die Einheimischen als Orientierungspunkt nutzen (ich wäre glatt daran vorbeigegangen). Dann fuhren wir weiter zum Kolsai-See. Die Fahrt allein lässt dich die Weite Kasachstans spüren – riesig ist das Land – und der Wechsel von staubigen Canyons zu mit Kiefern bewachsenen Hängen war fast hypnotisch. Am Kolsai warteten Pferde zum Reiten (ich habe verzichtet – bereue es ein bisschen) und Boote, falls du mutig genug für das kalte Wasser bist.
Der See sah fast unecht aus: blau-grün und so ruhig, dass man jede kleine Welle vom Wind sehen konnte. Wir gingen am Ufer entlang, hielten immer wieder an, wenn jemand wilde Blumen entdeckte oder einen Vogelruf hörte, den er nicht kannte. Zum Mittag gab’s etwas Einfaches, aber Leckeres – Fladenbrot und heißen Tee, den wir mit einem Paar aus Almaty teilten, das uns unbedingt ihre hausgemachte Marmelade probieren ließ (sauer-süß, ich denke noch daran). Ich versuchte, mich auf Kasachisch zu bedanken, was Ayan zum Lachen brachte und zu einer sanften Korrektur.
Ich weiß nicht, ob es die Höhe war oder einfach das Wegsein von allem Vertrauten, aber am Ende dieses Tagesausflugs zu Kolsai-See und Charyn Canyon fühlte ich mich irgendwie leichter. Wahrscheinlich beides. Auf der Rückfahrt nach Almaty dösten alle bis auf Ayan, der Geschichten von seinen Kindheitssommern hier erzählte und dabei Schlaglöchern auswich, als hätte er sie alle auswendig gelernt. Ich schaute immer wieder zu den Bergen, bis sie in der Dämmerung verschwanden.
Mit dem Auto sind es je nach Verkehr und Straßenverhältnissen etwa 3 bis 4 Stunden von Almaty zum Charyn Canyon.
Ein traditionelles Mittagessen ist nicht enthalten; bring am besten Snacks mit oder kaufe vor Ort am Kolsai-See lokale Speisen.
Ja, Reiten und Bootfahren sind am Kolsai-See gegen Aufpreis möglich, der vor Ort bezahlt wird.
Ja, die Eintrittsgelder für Charyn Canyon und Kolsai-See sind im Tourpreis inklusive.
Wegen der Wanderabschnitte ist die Tour nicht für Personen mit Rückenproblemen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen.
Ja, ein erfahrener lokaler Guide begleitet dich den ganzen Tag über.
Bequeme Wanderschuhe, Wasser, Sonnenschutz, Snacks oder Lunch und Bargeld für optionale Aktivitäten solltest du dabeihaben.
Dein Tag beginnt mit Abholung in Almaty, beinhaltet den Transport zwischen den Stationen, alle Eintrittsgelder für Charyn Canyon und Kolsai-See sowie die Begleitung durch einen lokalen Experten, der unterwegs spannende Geschichten erzählt – nur für Reiten oder Bootfahren am Kolsai-See solltest du etwas Bargeld mitnehmen.


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