Du betrittst das Banqueting House und blickst auf Rubens’ originale Deckenbilder, die König Karl I. in Auftrag gab – einer der wenigen Orte weltweit, an dem seine Werke noch an ihrem ursprünglichen Platz hängen. Dann erfährst du, dass genau dieser König 1649 aus einem Fenster dieses Raumes hingerichtet wurde – und plötzlich fühlt sich der Raum ganz anders an. Der Eintritt umfasst den Zugang zu allen Bereichen, die komplett rollstuhlgerecht sind.
„Wusstest du, dass er wirklich aus genau diesem Fenster trat?“ Das fragen die meisten, wenn sie zum ersten Mal vom Banqueting House in London hören. Das Gebäude liegt an der Whitehall, eingebettet zwischen Regierungsgebäuden und der Themse, und ist das einzige Überbleibsel des einst größten Palastes Europas – größer als Versailles, größer als der Vatikan. Ein Feuer zerstörte den Rest 1698. Was geblieben ist, ist dieser eine außergewöhnliche Saal, den Inigo Jones 1622 entwarf – und genau deshalb stehst du heute hier.
Kaum betrittst du den Raum, wandert dein Blick nach oben. Die Decke ist ein barockes Meisterwerk – riesige Gemälde von Sir Peter Paul Rubens, persönlich vom König Karl I. in Auftrag gegeben. Das sind keine Kopien oder spätere Ergänzungen, sondern die Originale, genau dort, wo Rubens sie vorgesehen hat. Das ist selten. Die meisten seiner Werke sind heute in Museen verstreut oder verloren. Hier ist die ganze Bildfolge erhalten: Allegorien von Frieden, Weisheit und königlicher Macht, alles im satten, lebendigen Stil Rubens’. Man steht einfach da und schaut – und es fällt schwer, diesen Anblick loszulassen.
Dann erzählt der Guide oder der Audioguide die andere Geschichte, und der Raum bekommt eine ganz neue Bedeutung. Januar 1649. Der Englische Bürgerkrieg hatte das Land gespalten, und das Parlament entschied, dass der König abtreten muss. Karl I. ging über genau diesen Boden, unter seiner eigenen prunkvollen Decke – die Ironie ist wohl beabsichtigt – und stieg aus einem Fenster im ersten Stock auf ein hölzernes Gerüst. Dort wurde er vor einer Menschenmenge auf der Straße hingerichtet. Das geschah genau in diesem Raum. Architektur und Geschichte verschmelzen hier auf eine Weise, die kein Foto wirklich einfangen kann. Das Banqueting House ist rollstuhlgerecht und liegt direkt an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs, sodass die Anreise unkompliziert ist. Du kannst eine Stunde oder auch drei hier verbringen – ganz wie du möchtest.
Betrieben von Historic Royal Palaces
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