Du fährst mit Chicagos berühmter „L“ Bahn (Ticket inklusive), entdeckst versteckte architektonische Details von erhöhten Bahnsteigen und hörst spannende Geschichten von einer lokalen Guide, die den Loop lebendig werden lässt. Erwartet scharfe Stadtgeräusche, überraschende Ausblicke – und vielleicht eine ganz neue Sicht auf die Innenstadt, lange nachdem du gegangen bist.
Hast du dich schon mal gefragt, wie Chicago aussieht, wenn man nicht auf Straßenniveau feststeckt? Ich ehrlich gesagt nicht, bis ich plötzlich auf dem Washington/Wabash „L“ Bahnsteig stand, etwa sechs Meter über dem Boden, und auf steinerne Wasserspeier und geschwungene Glasfassaden blickte, die mir vorher nie aufgefallen waren. Unsere Guide Janice, mit dieser typischen, herzlichen Art aus Chicago, gab uns mit einem Lächeln unsere Ventra-Karten und erklärte kurz, wie man sich im Loop nicht verirrt. Die Züge rattern hier alle paar Minuten vorbei; der Wind da oben ist schärfer als gedacht und riecht leicht nach Metall und gerösteten Nüssen von einem Verkäufer unten. Es ist ein seltsames Gefühl, die Menschen unter sich hastig vorbeieilen zu sehen, während man selbst irgendwie über allem schwebt.
Wir stiegen ein paar Mal aus und wieder ein – mein Lieblingsstopp war die Harold Washington Library. Janice zeigte uns seltsame Eulenschnitzereien über dem Dach (ich versuchte ein Foto, aber meistens war nur Himmel drauf). Sie erzählte, wie die „L“ Bahn 1892 begann und wie sie die Umgebung geprägt hat – buchstäblich wurden Gebäude so gebaut, dass sie unter oder um die Gleise passen. An der Clinton/Lake Station machten wir eine längere Pause; von dort sieht man direkt auf das Board of Trade Building, dessen Art-Deco-Krone im Sonnenlicht glänzt. Da war dieser Moment, in dem alle plötzlich still wurden – und das passiert in Chicago wirklich selten.
Ich gebe zu, meine Füße wurden vom vielen Stehen auf den Betonplattformen müde (gute Schuhe sind ein Muss), aber all die kleinen Details waren es wert – das Echo der Stimmen an den Stahlträgern oder Janices Lachen, als jemand fragte, ob man sich an das Kreischen der Züge gewöhnt (nein, sagte sie). Am Ende landeten wir wieder am Chicago Architecture Center, ein bisschen vom Wind zerzaust und mit dem Gefühl, eine geheime Seite der Innenstadt entdeckt zu haben. Ich denke immer noch an den Blick die State Street hinunter von oben – normale Bürgersteige wirken jetzt irgendwie langweilig.
Die Tour dauert insgesamt etwa zwei Stunden.
Ja, das Ticket für die „L“ Bahn ist im Preis enthalten.
Die Tour beginnt im Chicago Architecture Center.
Nein, nur etwa 15 Minuten sind Zugfahrt; der Großteil der Zeit verbringt man draußen auf den Bahnsteigen.
Nein, es gibt Treppen und keine ADA-Zugänglichkeit; für Personen mit Geh- oder Stehschwierigkeiten nicht geeignet.
Haustiere sind nicht erlaubt, nur Assistenztiere.
Du siehst Highlights wie die Harold Washington Library und das Chicago Board of Trade Building sowie weitere im Loop.
Sitzplätze sind weder an den Stationen noch in den Zügen garantiert; man steht die meiste Zeit.
Dein Tag beinhaltet den Eintritt zu allen Galerien im Chicago Architecture Center, das Fahrgeld für Chicagos Hochbahn (Ventra-Karte gibt’s beim Check-in) und eine Live-Erzählung von einer zertifizierten lokalen Guide, die jede Kurve der Strecke und die Geschichten hinter den Gebäuden kennt.


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